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#drachenstarkehelden Blogtour – mit Dennis Frey

 

Hallo ihr Lieben!

 

Wie bereits an dem Bild zu erkennen, mache ich bei der Blogtour zum Drachenmond Verlag mit.
Ein paar Blogger (unter anderem auch ich) haben sich nämlich zusammen gefunden, um euch ein paar der wundervollen Drachenmond Verlagsautoren mal genauer vorzustellen.
Wie vielleicht schon einige mitbekommen haben, gibt es bei Jennicbooks am letzten Tag der Blogtour etwas zu gewinnen, Schaut unbedingt auch bei den anderen Beiträgen vorbei, sammelt die Buchstaben und fügt sie zu dem Lösungswort zusammen!
Die anderen Beiträge verlinke ich euch unter diesem Beitrag.
Ich möchte euch heute Dennis Frey ein wenig genauer vorstellen, von dem ich bereits „Fremder Himmel“ gelesen und geliebt habe!
Er hat sich meinen Fragen in einem Interview gestellt und hier kommen nun die Antworten!

 

 

Du, dein Leben und deine Art zu schreiben

 

 

Du lebst ja mit deiner Frau und deinen drei Kindern in Irland. Wie ist euer Leben so?

 

Wir halten unser Leben spannend, egal ob in Irland oder anderswo. Für uns alle ist das wichtigste Ziel im Leben Freiheit und Abenteuer (zum Glück – wenn das nur für mich so wäre, würde das mit der Familie wohl nicht funktionieren). Klar, ein bisschen Alltag gibt es immer, aber man kann auch jeden Tag mit den Kindern einen Schatz am Strand suchen, eine Burgruine erkunden oder auf alte Felsen klettern, die regelrecht vor Magie summen.
Nach solchen Tagen zu schreiben ist einfach – wenn man denn noch die Augen offen halten kann.

 

 

Wieso genau Irland und nicht irgendwo anders?

 

Ich bin ursprünglich nach Irland gekommen, um ein Jahr hier zu arbeiten. Ich habe es aber gerade einmal aus dem Flughafen herausgeschafft, als mir klar wurde, was das merkwürdige Gefühl in mir zu bedeuten hatte. Ich fühlte mich zu Hause – und das war ein Gefühl, das ich aus Deutschland nicht kannte. Wie hätte ich da wieder gehen sollen?
Die Verbindung zum Irischen Süden ist natürlich mit jedem unserer Kinder noch etwas stärker geworden und jetzt kann ich mir kaum noch vorstellen dauerhaft woanders zu wohnen.
(Obwohl ich ab dem 17.05. mal wieder für eine Weile in Deutschland bin, um mein neues Buch zu promoten und ein paar Projekte fertig zu schreiben)

 

 

Was genau findest du an Irland und dem Leben dort am besten?

 

Die Natur und – in Ermangelung eines besseren Wortes – die Magie, die man um sich hat, sobald man auch nur zehn Schritte aus einem Ort rausgeht sind wahnsinnig inspirierend. Außerdem sind die meisten Leute sehr freundlich und wenn man mit der allgemeinen Neugier umgehen kann, kennt man schnell jeden in seinem Wohnort (plus alle Verwandte (plus Haustiere)).

 

 

An was musstest du dich erstmal gewöhnen?

 

Alles ist langsamer und Termine sind mehr allgemeine Richtwerte, als echte Vereinbarungen.
Besonders einem Deutschen, wo das ganze Leben nach Fahrplan zu verlaufen hat, fällt das schwer.
Aber wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, darf man sich über stark reduziertes Herzinfarkt Risiko freuen.

 

 

Was vermisst du manchmal an/aus Deutschland?

 

Einmal sind da natürlich viele, viele Leute, die ich gerne viel öfter sehen wollen würde.
Außerdem vermisse ich die großen, alten Wälder. In Irland wurden während englischen Herrschaft über 90% der Baumbeständen für Schiffe abgeholzt und da blieb dann nicht mehr viel übrig..
und ein neu aufgeforsteter Wald ist einfach nicht das selbe.

 

 

Wie viele Ideen schwirren noch in deinem Kopf rum/stehen in Notizbüchern und warten nur darauf geschrieben zu werden?

 

Ich bin auf jeden Fall noch eine Weile beschäftigt. Im Moment habe ich 23 Romane und 12 Novellen durchgeplant. Und woran schreibe ich? Natürlich an etwas völlig Neuem, das mich überraschend angesprungen hat 😀

 

 

Welcher Teil am Schreiben macht dir am meisten Spaß? (Plotten, Charaktere, Weltenbau)

 

Ich platte eigentlich fast gar nicht. Die Figuren liegen mir sehr am Herzen und werden auch mit sehr viel Liebe ausgearbeitet, aber ich glaube am meisten Spaß macht mir der Weltenraum – gerade für Kaemnor aus „Fremder Himmel“ habe ich mir unglaublich viel Zeit genommen und alles bis hin zu den Heldensagen der einzelnen Völker durchgeplant.

 

 

An was schreibst du gerade?

 

Ich schreibe im Moment an „Die Tochter des Fremden“. Die Geschichte handelt von Alvaro, der nach dem Tod seiner Freundin kurz davor ist, sich umzubringen.
Um ihren letzten Wunsch zu erfüllen und sich selbst wieder einen Grund zum Leben zu geben, geht er einen Handel mit einem übernatürlichem Fremden ein, der verspricht das gemeinsame Kind von Alvaro und seiner Freundin erschaffen zu können .. und wer schon in irgendeinem meiner Bücher einem der Fremden begegnet ist, weiß, dass er sein Leben damit nicht unkomplizierter macht 😀
Alles in allem eine etwas düstere Geschichte als ich normalerweise schreibe, aber trotzdem mit ein bisschen Humor und einer guten Ladung Spannung (und einem Geisterhaus!)
Ich schreibe das als kleines Experiment auf Wattpad, wo jeder kostenlos bei der Entstehung des Buches mitlesen kann – ich muss es nur rausnehmen, sobald ich einen Verlag dafür habe, such aber noch nicht.
Falls jemand von euch vorbeischauen möchte, hier entlang (unbedingt auf den Link klicken!)
Dort gibt es auch exklusive Leseproben zu meinen beiden Drachenmond Büchern.

 

 

Dein Buch „Fremder Himmel“

 

 

Hier (bitte anklicken) findet ihr nähere Informationen zu dem Buch und hier (bitte anklicken) meine Rezension

 

 

Wie lange hast du für das Buch gebraucht?

 

Nachdem ich 16 Jahre an der Fantasywelt Kaemnor gebastelt habe, ohne zu denken, dass ich sie wirklich mal für mehr als nur Rollenspielsetting benutzen würde, hat das eigentliche Schreiben nicht lange gedauert. Etwa drei Monate, bis der erste Entwurf fertig war – und über das Editieren reden wir Autoren nicht gerne. Das ist, wie wenn man eitle Leute nach ihrem Alter fragt.

 

 

Wie ist dir die Idee gekommen?

 

Meine Geschichten entstehen meist aus einer einzelnen Grundidee oder Grundfrage. Das ist ein bisschen wie ein Samen, aus dem ein Baum wächst – in diesem Fall waren das tatsächlich zwei Fragen:
1) Was, wenn ich meine Welt besuche und sie nicht gut ist, obwohl ich mir alle Mühe gegeben habe?
.. und 2) kann ich leider nicht verraten ohne zu spoilern, aber ich rate dazu in der Leseprobe auf Wattpan bis zu dem Punkt zu lesen, wenn Mona zum ersten Mal Kaemnor betritt.
Ich glaube dann wird schnell klar, was die ungewöhnliche Idee war 😉

 

 

Welcher ist dein Lieblingscharakter?

 

Ich habe natürlich alle sehr gerne und es wird auch jeder, der bis zum Ende überlebt noch einmal in irgendeiner anderen Geschichte vorkommen, aber am liebsten ist mir immer noch Mona – und das obwohl sie mir am Anfang echt auf den Keks geht.
Aber sie wird auf ihrer Reise sehr viel erwachsener und es macht mich glücklich, wenn eine Figur am Ende nicht mehr die selbe ist wie am Anfang.
Das fühlt sich irgendwie lebendiger an.

 

 

Dein Lieblingszitat?

 

Das kommt immer ganz auf meine Stimmung an. Heute bin ich definitiv nicht in der Stimmung für Tiefsinniges, deshalb:
„Der Typ war so unglaublich schmierig, dass sie am liebsten vergessen hätte, dass sie ihn geschrieben hatte. Die Wünsche und Motivationen Torpiens war so simpel, dass er genauso gut einfach nur ein sprechender Penis hätte sein können.“

 

 

 

Dein bald erscheinendes Buch „Agung – Abendessen mit einem Magier“

 

 

 

 

 

Wie bist du auf die Idee gekommen?

 

Die Grundidee hinter Agung war „Was, wenn sich Protagonist und Leser unterhalten könnten?“
Da ich beim Schreiben auf Bali war, lag es nah den titelgebenden Magier von dort kommen zu lassen und ganz viele balinesische Kultur einfliessen zu lassen.

 

 

Was ist dir beim Schreiben vielleicht schwer gefallen?

 

Die Erzählperspektive in Agung wechselt zwischen dem Abendessen, das aus der Sicht des Lesers erzählt wird, und den Erzählungen von Agung, die er natürlich aus seiner Sicht schildert.
Da kann man schon mal durcheinander kommen, aber immerhin: Es war nicht so kompliziert, dass ich an der Entscheidung es so zu machen, gezweifelt hätte.

 

 

Wie lange hast du zum Schreiben gebraucht?

 

Genau einen Monat. Als wir auf Bali ankamen, habe ich das frisch angefangene Projekt beiseite gelegt, weil ich nicht mehr in der Stimmung für nebeliges London war, und etwas neues angefangen.
Und einen Monat später, am Abend vor der Weiterreise, habe ich den ersten Entwurf beendet.
Das war ein Rekord für mich, aber ich hoffe, dass ich das Kunststück irgendwann noch einmal hinbekomme.

 

 

Dein Lieblingszitat?

 

„Wie funktioniert das mit der Magie eigentlich?“ fragst du. Agung lacht leise.
„Wenn ich darauf eine eindeutige, endgültige Antwort hätte, wäre es dann noch Magie?“

 

 

Und hier ein exklusiver Ausschnitt aus dem Buch:

 

Die Tür öffnete sich lautlos und gab den Blick in ein abgedunkeltes Zimmer frei. Ein sehr abgedunkeltes. Mit dem Licht, das aus dem Flur hineinfiel, hatte mich ohnehin so deutlich angekündigt, dass ich mir keine Gedanken machen musste. Mit einem Pfeifen auf den Lippen trat ich ein und betätigte den Lichtschalter, als wäre ich hier zu Hause.
Gerne würde ich behaupten, ich wäre völlig cool geblieben, aber wenn du das Licht anschaltest und einer der bewegungslosen dunklen Schemen, die du für Möbel gehalten hast, sich als Typ mit ausdruckslosen Augen und großem Messer herausstellt, dann zuckst auch du zusammen.
Vielleicht kreischst du sogar einmal auf.
Keine Reaktion von der Stehlampe mit dem Messer. Er legte nur ganz langsam den Kopf schief, wobei seine kinnlangen Haare gnädigerweise den größten Teil seiner toten Augen verdeckten.
Die Haare waren an den Enden feucht und zusammengeklebt, als hätte er darauf herumgekaut.
„Äh.. hi“, sagte ich und kam mir dabei wie ein totaler Trottel vor.

 Und jetzt?
Sollte ich ihm winken? Ihn fragen, ob man die tollen Damaszenerdolche mit der gewellten Klinge im Andenkenshop des Hotels kaufen konnte?

 

 

 

10 abschliessende Fragen

 

 

Pizza essen: mit Messer + Gabeln oder mit den Händen?

 

Mit Messer und Gabel, wenn ich genießen möchte, mit den Händen, wenn ich mit meinen Jungs einen Fernsehabend mache 😀

 

 

Dein Lieblingsessen?

 

Alles, was mich bei kochen ein klein wenig herausfordert (Ich LIEBE kochen!), oder, wenn ich es nicht selbst koche, etwas Neues, das ich noch nie gegessen habe.

 

 

Eine Sache, die du gerne können würdest, aber absolut nicht kannst?

 

Ich kann selbstverständlich alles …. außer, wenn es irgendwelche Beweglichkeit erfordert.
Ich würde wahnsinnig gerne Dinge wie Parkour oder Akrobatik ausprobieren, aber mein Körper ist steif wie ein Brett und ich habe keinen Nerv dazu, monatelang zu dehnen 😉

 

 

Der außergewöhnlichste Ort, an dem du je warst?

 

Da fallen mir gleich einige ein, aber das erste was mir in den Sinn kam, war Unterwasser beim Tauchen auf den Philippinen.
Da gibt es zwar kaum große Fische, aber unzählige kleine und zwischen den Korallen fühlt man sich wie in einer anderen Welt.

 

 

Mit welchem deiner Charaktere würdest du gerne einen Tag tauschen?

 

Tauschen? Das heißt, die andere Person vertritt mich in der Zeit… da kommt nur Ivan aus „Agung“ und „Magische Meriten 1“ in Frage.
Ich möchte für einen Tag einer meiner Magier sein und sonst kann ich niemandem meine Familie anvertrauen.
Ivanhoe Bennett hat einen schlimmen Namen von seinen Eltern bekommen, ist aber einer der vertrauenswürdigsten Menschen, die ich jemals geschrieben habe.

 

 

Deine Lieblingsfarbe?

 

Jetzt rutschen wir langsam in Poesiealbums-Gefilde ab. Ich kann keine Lieblingsfarbe festlegen, weil die anderen sonst traurig sind.
(Aber falls ihr nach Geschenkpapier für meinen Geburtstag sucht: Blau. Dunkelblau. Bitte sagt Rot und Grün nichts.)

 

 

Wohin möchtest du unbedingt noch reisen?

 

Ich weiß, dass ich noch einmal nach Japan und Bali muss, weil es dort noch zu vieles gibt, das ich noch nicht gesehen habe.
Kanada würde mich auch reizen – quasi das Reiseziel schlechthin für alle, die mal Nordamerika sehen wollen und keinen Bock auf die USA haben.

 

 

Irgendwas, dass du noch nie verstanden hast und vermutlich auch nicht mehr verstehen wirst? (Satz des Pythagoras, Deutsche Grammatik etc.)

 

Alles, was in Mathe nach der dritten Klasse kam und nichts mit Geometrie zu tun hatte, ist von mir abgeglitten wie Wasser von einem Regenmantel. Zum Glück ist die Schule schon lange rum, ich habe den Kram nie gebraucht und muss nichtmal mehr so tun, als ob ich zuhöre, wenn jemand darüber redet.
Achja, Herr Seibold, falls Sie das hier lesen:
Von wegen „Du wirst nicht immer einen Taschenrechner dabei haben“ – Ich habe ein Handy mit eingebautem Taschenrechner für mathematische Notfälle. Wunder der Technik. Ätsch.

 

 

Die schönste Reaktion, die jemand zu einem deiner Bücher gezeigt hat?

 

Ich habe auf der Frankfurter Buchmesse eine junge Frau kennengelernt, die sich das Symbol vom Cover des ersten Teils der Magischen Meriten auf den Unterarm tätowiert hatte, weil sie das Buch und das Zeichen so cool fand.
Ich habe es nur im Vorbeigehen gesehen und sie darauf angesprochen (und mir ein bisschen Zeit gelassen zuzugeben, dass ich der Autor bin 😉 )

 

 

Dein Lieblingsbuch?

 

Das ist wieder wie mit den Farben. Es gibt so viele Bücher, die wichtig für mich waren…
Ich denke, am meisten geprägt haben mich die Dresden Files von Jim Butcher, was Urban Fantasy angeht, und die Kinnkiller Chronicles von Patrick Rothfuss, wenn wir nach Fantasy in einer erfundenen Welt schauen (ich scheue mich bei den Büchern von High Fantasy zu sprechen – wahrscheinlich gibt es da noch ganz tolle Unterschubladen, aber ich will eigentlich kein Schubladendenken anregen).

 

 

Vielen lieben Dank, Dennis, für deine ehrlichen, lustigen und (meiner Meinung nach) super interessanten Antworten!
Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und freue mich sehr, dass du der erste Autor bist, den ich interviewen durfte!
Ich hoffe, ihr Leser da draußen habt Dennis besser kennen gelernt in diesem XL Interview und fandet es genauso spannend wie ich!

Die Buchstaben, die ihr bei mir für das Lösungswort/Gewinnspielwort findet sind:

R (Position 2) und S (Position 8)

Ein Kommentar

  • Michaela Janot

    Ich fand gleich am Anfang schön…
    Zuhause….schön das er in Irland sein Glück gefunden hat. Es ist aber auch ein tolles Land…die Leute waren so freundlich. Danke für das Interview

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